DIREKTFLOCK


Für die Beflockung von Textilien gibt es zwei Verfahren, das Aufwendigere ist das Verfahren des Direktflocks. Hierbei handelt es sich um ein Siebdruckverfahren.
Ein beliebiges, konturenscharfes Motiv (Farbver- läufe sind nicht darstellbar) wird seitenverkehrt auf ein Sieb übertragen, wobei für jede Farbe ein separates Sieb an- gefertigt werden muss. Je mehr Farben desto teurer wird das Drucker- zeugnis. Durch dieses Sieb wird ein lösemittel-freier Textilkleber auf das zu bedruckende Textil gepresst, dass jeweilige Motiv als Kleberfläche übertragen.In diese nunmehr vorbereitete Kleber fläche werden in einer Beflockungs-maschine Millionen kurz ge
schnittener Fasern in einem elektrischen Feld aufgeladen und auf das mit
stoff versehene Textil senkrecht eingeschossen. Die Fasern setzen sich senkrecht im Kleber fest, an den unbehandelten Stellen fallen die Fasern wieder vom Textil. Entsprechend der gewählten Faserlänge (0,5 - 1,0 - 2,0 mm oder mehr) und der Faserdicke( 0,9,-1,7 - 3,3,- 6,6 dtex und weitere) wird eine unterschiedliche Oberflächenstruktur erreicht. Dies kann von samtweich bis hart variieren Dabei kann der Flock aus Baumwolle, Kunstseide, Polyamid, Polyester oder Acryl sein, wobei Polyamid (Nylon /Perlon) auf Grund seiner guten Eigenschaften das am häufigsten eingesetzte Material ist. Durch die anschließende Trocknung wird die Flockfaser mit dem Klebstoff dauerhaft fest verbunden. Somit können T-Shirt, Sweater, Taschen oder ähnlich textile Werbemittel, auch Armaturen und Auto-Cockpits individuell in einer besonders hochwertigen Weise veredelt werden. Der Flock ist aufgrund seiner guten Eigenschaften das bevorzugte Verfahren für alle Sport- und Freizeittextilien. 

Geschichte der Beflockung

Ursprung:
Die Geschichte der Flocktechnologie begann schon vor rund 3000 Jahren. Damals waren es die Chinesen, welche die Urform der Beflockung erfanden. Auf textile Trägermaterialien wurde ein Harzleim aufgebracht, auf den anschließend Naturfasern gestreut wurden. Die Verschönerung und optische Aufwertung von Gegenständen war der Ursprung der Beflockung.

Mittelalter:
Die ersten gesicherten Zeugnisse der mechanischen Beflockung finden wir im 12. Jahrhundert. In einem Nürnberger Kloster bediente man sich dieser Technik, um mit Hilfe von Holzmodeln und in einem Mörser zerstoßene Naturfasern Wanddekorationen herzustellen. Diese Technik geriet lange Zeit wieder in Vergessenheit.

Beginnende Industrialisierung:
Im 19. Jahrhundert lebte die Beflockung wieder auf. Auch diesmal wurden zuerst Wandtapeten für die Innenraumdekoration hergestellt, deren „königliche Exklusivität“ noch heute in vielen französischen Schlössern bewundert werden kann. Gleichzeitig wurde mit der Entdeckung der Elektrostatik und der Tatsache, dass mit Hilfe von elektrischen Kräften Teilchen bewegt werden können, die theoretische Grundlage für die elektrostatische Beflockung geschaffen.

Das 20. Jahrhundert:
Erste Ansätze, die mechanische Beflockung durch Elektrostatik zu unterstützen, finden wir in den 30er Jahren vor allem in der USA. Nach dem Krieg setzte sich diese Technik auch in Europa durch. Nachdem es deutschen Ingenieuren gelungen ist, System zu entwickeln, die ausschließlich mit Gleichspannung arbeiten, begann der Siegeszug der elektrostatischen Beflockung. Hierbei arbeiten alle Beteiligten, die Flockhersteller, die Klebstofflieferanten, die Maschinenbauer und die Industriebetriebe eng zusammen, um der Beflockung ein immer weiteres Anwendungsgebiet zu eröffnen. Heute ist die elektrostatische Beflockung in der Lage mit hochtechnologischen Anlagen und ausgereiften Materialien nahezu jede Oberfläche zu veredeln und somit dem Trägermaterial nicht nur eine bessere Optik, sondern was heute oft noch wichtiger ist, zusätzliche Eigenschaften zu verleihen.

Vorteile des Direktflock:
> Dieses Verfahren verleiht den Textilien durch die samtige und plastische Oberfläche, plüschähnlich, ein edles ...Aussehen.
> weiche Griffigkeit
> lange Haltbarkeit (sehr strapazierfähig und abriebbeständig) , hohe Deckkraft
> perfekte Konturenschärfe, ausgenommen kleine Schriften
> sehr gute Waschbeständigkeit und Lichtechtheit

Nachteile des Direktflock:
> Film-/Siebkosten fallen an.
> Dieses Verfahren eignet sich aufgrund des relativ hohen Aufwandes nur für mittlere bis große Stückzahlen.
> Für den Druck von Farbverläufen oder Bildreproduktionen mit vielen unterschiedlichen Farbnuancen ist dieses Verfahren
.  nicht geeignet.
> Zu feine Konturen sind auf Grund der Haltbarkeit nicht zu empfehlen.

Hinweise!

Fertigung:
> je nach Menge ca. 5 - 10 Werktage, ab Auftragsklarheit - Eilaufträge nach Absprache gegen Aufpreis möglich
> Daten: Vektor-Formate. EPS, AI, CDR - Schriften in Kurven gewandelt; Druckdaten bitte in Originalgröße

Waschzettel (Pflegehinweise):
> Wichtig!
Der Flockaufdruck erlangt erst 7 Tage nach der Bedruckung seine endgültige Bindung zum Material.


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