T- SHIRT GESCHICHTE(N)
Die Urgeschichte des Shirts kann man schwer erfassen. Sicherlich gab es in wärmeren Regionen bereits vor mehreren tausend Jahren Ableger des Shirts. Belegt sind ähnliche Kleidungsstücke im alten Ägypten. Die moderne Zeit kennt das T-Shirt allerdings noch nicht so lange. Nichts unter seiner Hauptbekleidung zu tragen - das war lange Zeit verpönt. Es gab Unterbekleidung aber diese war meist aus Wolle und wurde nicht ohne ein Überhemd getragen. In der Neuzeit kam Baumwolle auf - und damit auch das "moderne Shirt". Es wurde allerdings ausschließlich als Unterwäsche angesehen und nicht alleine getragen. So wie man heutzutage an heißen Tagen angezogen ist - das war vor ein-hundert Jahren noch undenkbar.
Piraten Shirts - Die Piraten und Seeleute waren die Ersten, die T-Shirt-ähnliche Kleidung trugen. Allerdings nur auf See und nicht an Land. Ihre Hemden hatten keine Knöpfe, da sie auf See schnell rosten konnten. Das Hemd an sich war aber nicht wie das moderne Shirt geschnitten und außerdem meist mit langen Ärmeln. Unterwäsche war einteilig: Unterhose und "Shirt" waren ein Kleidungsstück. Man kann sich vorstellen dass dies nicht gut aussah und man es daher eher vermied, sich so zu zeigen ohne etwas darüber zu tragen.
Mit Beginn des 19. Jahrhunderts …. brachte 1901 die Firma P.H. Hanes Knitting Company einen Katalog mit zweiteiliger Unterwäsche heraus. Der Güterbedarf im 1. Weltkrieg machte das T-Shirt möglich: Ein Kleidungsstück mit einfachem Schnitt und wenigen Nähten. So war es ein Novum, dass alle Soldaten mit dieser Art von Kleidung ausgestattet wurden, jedoch nur in Europa. ( Die US-Soldaten schwitzten währenddessen in ihren Woll-Uniformen.) Die Form eines T's brachte den Namen T-Shirt ein, der seit 1920 eindeutig belegt ist. Der Eintrag erscheint in Merriam Webster's Dictionary als offizielles englisches Wort.
Das T-Shirt wurde bis dato dennoch nicht als Oberbekleidungsstück, sondern als das angesehen, als das es entworfen wurde: ein Unterhemd. So ist es zu damaligen Zeiten noch weit entfernt von einem "gesellschaftsfähigen Oberbekleidungsstück". Auch in der Armee trug man es ausschließlich "darunter" und daran sollte sich lange Zeit nichts ändern. Es war verpönt, nur ein Kleidungsstück zu tragen, selbst in extrem heißen Regionen.
Zwischen den beiden Weltkriegen gab es vereinzelte "Trendsetter" die ihre Militärkleidung teilweise auch im zivilen Leben trugen. Dies waren aber nur vereinzelte Erscheinungen die sehr auffielen. Von einer weitreichenden Streuung konnte man noch nicht reden.
Der zweite Weltkrieg: die "Tee's" werden bekannt. Im zweiten Weltkrieg zogen zwölf Millionen Mann mit ihren neuen "skivvies" (dt.: Unterwäsche). in die Schlacht. Fotos von Kriegshelden mit ihren Shirts waren weit verbreitet. So gewöhnte sich die Gesellschaft an das Bild. Auch als die Soldaten heimkehrten, trugen sie ihre "Tees" weiter. "Underwear as Outerwear" war eine völlige Neuerung. Es brach nicht nur die bisherigen Tabus, sondern war auch ein Zeichen neuer Männlichkeit. Frauen trugen keine T-Shirts. Somit war es ein Symbol von Männlichkeit und laut Deborah Drier vom Guggenheim magazine "an erotic presentation of the self".
Auch in der englischen Tradition findet sich ein Verweis auf die Entstehung des T-Shirts. Der dortige Adel bevorzugte es, dem Personal das Tragen eines kurzärmligen Leinenhemdes zu gestatten. Gerade die hartnäckige Gerbsäure von schwarzem Tee führte zu dauerhaften Flecken auf der langärmligen Variante. Diese Ausnahme galt jedoch nur während dem Servieren des Tees (folglich vermutet man hier auch den Wortstamm Tea-Shirt.)
1948 trat Thomas Dewey für die US-Präsidentschaft an und nutzte das T-Shirt für den Aufdruck des Mottos „Dew it with Dewey“.
Der Erfolg des T-Shirts … kam aus Hollywood. 1951 sorgte Marlon Brando in seinem Film Endstation Sehnsucht für Furore und Erregung. Er zeriss ein T-Shirt und entblöste seinen nackten Oberkörper. Die Catholic Legion of Decency versuchte den Filmstart daraufhin zu stoppen.
So ist diese Kult-Kombination dann am Ende auch nicht schlagbar: Den absoluten Durchbruch des T-Shirts kann man James Dean zuschreiben, heute noch ein Inbegriff des T-Shirt und Jeans Trägers: „Denn Sie wissen nicht, was sie tun“ (Rebel without a Cause) wird 1955 gedreht und zum Kultfilm. Die Jugend identifiziert sich mit dem Protagonisten James Dean, seiner Art, seinem Denken und seinem Aussehen. Das T-Shirt symbolisiert eine Einstellung, es gibt ein Statement, ein Statement 'rebellischer Jugend'. Er war das Symbol für Auflehnung gegen die Älteren - und das T-Shirt spiegelte dies wieder.
Heute ist … das T-Shirt ist eines der normalsten und beliebtesten Kleidungsstücke. Das T-Shirt avancierte in Europa spätestens in den 70ern zu einem modischen und in den 80ern zu einem alltäglichen Bekleidungsstück. Es wird von Frauen wie von Männern getragen. Somit ist es ein Unisex- oder Einheitskleidungsstück und wird nach den Formen der Kleiderordnung zur Freizeitbekleidung gezählt. Die feminine Form des einfachen T-Shirts ist das sogenannte Girlie-Shirt. Dieses ist figurbetonter geschnitten, liegt im Gegensatz zum T-Shirt enger am Körper an und betont daher die Silhouette der Trägerin. Allerdings erst in den Anfängen der 90er kam der große T-Shirt Boom. Die T-Shirt Industrie setzt mehrere Milliarden Dollar pro Jahr um. Das Umsatzplus betrug 2006 über 40 Prozent. Menschen jeden Alters kennen und tragen es.
Durch moderene Druck- und Herstellungsverfahren werden individuelle Wünsche auf die T-Shirts gedruckt, geklebt oder gebügelt. Aus dem Unterhemd von einst ist etwas ganz Neues geworden: individuelle Mode. ( Die weltweit meistverkauften T-Shirts sind die Hard Rock Cafe T-Shirts. Das erste T-Shirt mit Werbeaufdruck gab es 1939 für den Film "The Wizard Of Oz".)
Ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.
Und es gibt immer wieder Wege dem T-Shirt eine neue Variante, ein neues Äußeres hinzuzufügen!

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